Pop-Plausch mit Yello auf der C/O Pop

Die Musikindustrie ist eine reaktionäre Industrie, die sich selber das Grab geschaufelt hat, in dem sie heute bis zur Brust drin stehen“ lautete eines der Bonmots, die Dieter Meier von Yello anlässlich eines Live-Interviews im Rahmen des Konferenzprogramms der C’n’B, dem Branchenmeeting der Musikmesse C/O Pop in Köln am 22. Juni zum Besten gab.

Das Duo Dieter Meier und Boris Blank des Schweizer Elektro-Ensemble Yello firmierten sozusagen als Stargäste der Fachtagung C’n’B und plauderten vorm Fachpublikum über ihre musikalische Zusammenarbeit, über persönliches, aber auch über geschäftliches.

Kurzweilig geriet das Fachgespräch, das von dem Journalisten Ralf Niemzyck moderiert wurde und der offensichtlich auch die richtigen Fragen zu stellen wusste, die es wahlweise Meier & Blank ermöglichten, sich als Pop-Philosophen zu profilieren. So bekannte beispielsweise Meier, dass das Geheimnis von Yello im Sinne des jüdischen Wanderprediger von Nazareth sei, der irgendwann gesagt haben soll „werdet wieder Kinder“, welches gleichzeitig auch das lebenslange Credo des Duos ist.

Meier, einst auch im Kunstbetrieb unterwegs, befand mit Verweis auf die „hypokrite Welt des Kunstvölkchen“, Kunst sei für ihn ungesund, während Blank ergänzte, er sei keineswegs der „Kunstflüsterer“ von Meier.

Meier wiederum bescheinigte Blank, dass wenn er komponiere bzw. Musik produziere, es sich dabei um einen „dialektischen Prozess“ handele, was wiederum von Blank bestätigt wurde, angereichert um die Zusatzinformation, er nehme dabei die Rolle eines Eremiten ein.

Bereits zuvor machte Meier gegenüber Blank Komplimente wie das, dass dieser dreißig Mal mehr für Yello arbeiten würde als er selbst. Eine Vorlage, welche Blank dankend annahm und hinzufügte, dass er sich bei seiner Arbeitsdauer regelrecht disziplinieren müsse, damit das Qualitätsniveau nicht leidet.

Für sein musikalisches Schaffen von Yello nehme Blank viel Geräusche auf und recycle gelegentlich sogar Repertoire-Restposten aus dem Popfundus der Band. Fast ganz nebenbei zückte Blank sein Mobiltelefon und stellte nonchalant das neue Yello-File-App vor, mit dem es möglich sei, Geräusche mittels eines „Sound-Randomnizer“ zu „yellofizieren“.  Eine Applikation, die es jedermann ermöglicht, aus Geräuschfetzen jedweder Art Retorten-Pop zum Sofortgebrauch zu erzeugen. Die Vorführung wurde seitens des Publikums sogleich mit Szenen-Applaus bedacht. Blank merkte an, dass jenes App auch Bestandteil der neuen CD sein werde. Die Frage, ob Blank auch ein Technologie-Jäger sei, beantworte er damit, dass er anstelle von Bandschleifen heute mit Plug-Ins arbeite.

In Sachen verbalen Product-Placements empfahl Meier noch die Rudermaschine „Concept2“. Heraus kam obendrein, dass Meier fürs geschäftliche bei Yello zuständig sei und anknüpfend an die mutmaßlichen Versäumnisse der Plattenfirmen entwarf er ganz nebenbei noch das Szenario für die Labels der Zukunft, indem er befand: „Ich glaube, dass die sogenannten Plattenfirmen natürlich keine Plattenfirmen mehr sein werden, aber sicher eine unglaublich wichtige Aufgabe haben, nämlich das ganze A&R, das hinausgehen und sich Künstler anhört und Künstler auch begleitet, die es oft brauchen, andere brauchen es hingegen nicht. Auch ein Management, das den Künstler beschützt vor all diesen schwierigen Aufgaben, die ihm nicht liegen. Es wird alles dort bleiben und wenn die Industrie sich darauf besinnt, was sie eigentlich ist, dass sie immer dafür verantwortlich war, einen hoffentlich wunderbaren Content herzustellen und zu begleiten. Dann wird mit anderen Transportvehikeln nämlich dem geordneten Internet wird die sogenannte Plattenfirma die genau gleiche Aufgabe haben, die sie immer gehabt hat.“

Eine nette Einschätzung, die aber auch ein wenig etwas von Elfenbeinturm-Philosophie hat, denn die Zeiten haben sich radikal geändert. Ja, Plattenfirmen haben es anfänglich versäumt das Internet für den Vertrieb von Musik zu nutzen, aber heutzutage gibt es jede Menge legaler Online-Musikdienste und dennoch ist die Anteil derer, die immer noch Musik auf zwielichtigen Online-Plattformen unentgeltlich runterladen ungleich größer als der Anteil derer, die für legale Angebote zahlen.  Dieser Umstand betrifft große wie auch kleine Plattenfirmen.

Hinzu kommt, wie Meier zuvor zu recht anführte, dass die Musikbranche wirtschaftlich eine vergleichsweise kleine Branche ist. Und genau dieses Größenverhältnis spielt auch gegenüber den wirtschaftlich weitaus mächtigeren Konzernen wie Apple, Google, Deutsche Telekom oder Vodafone, um nur einige zu nennen und für die Musik bestenfalls schmückendes Beiwerk ist, bei fast allen Vergütungsdiskussionen eine entscheidende Rolle.

Nur zum Beispiel, hinsichtlich der Vergütung von Musik auf iTunes für Labels oder Künstler, gelten im Hause Apple die gleichen Manager-Methoden mit denen der Konzern aufgrund der menschenverachtenden Arbeitsbedingungen der chinesische Wanderarbeiter bei seinem Zulieferer Foxconn in die Schlagzeilen kam. Apple hat Labels mit Einführung von iTunes die Preise diktiert und Dieter Meier wird spätestens bei Durchsicht seiner Abrechungen von Spotify, Napster oder sonstiger legaler Online-Plattformen ein Gefühl bekommen, wie sich ein besagter chinesischer Wanderarbeiter fühlt, wenn er am Monatsende seinen Lohn bekommt und in den Nachrichten erfährt, dass Apple über ein Barvermögen von über 100 Milliarden US-Dollar verfügt… Yello führte bei seiner Stippvisite auf der  C/O Pop die virtuelle Konzertperformance „Touch Yello“ im Rahmen der von der Telekom gesponserten Konzertreihe „Electronic Beats“ auf. Und Sponsoring-Engagements werden bekanntlich deutlich besser honoriert, als dies der eine oder andere Global Player in welchem Wirtschaftszweig auch immer, egal ob in Bangladesh oder in Hintertupfingen, gemeinhin zu tun pflegt.

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Boy enflamme le Café de la Danse à Paris

 

Elles n’en revenaient pas, Valeska Steiner et Sonja Glass. Pour le premier véritable concert de Boy en France, après quelques showcases, elles jouaient devant une salle comble au Café de la Danse à Paris, le 18 juin dernier. Bien sûr, une partie non négligeable du public s’était déplacée pour la première partie oubliable, Margaux Avril, imposée par le label français de Boy, AZ, qui semblait avoir rameuté tous ses anciens camarades de lycée. Il n’empêche, Valeska, en petite robe et longue crinière de feu, en a oublié son français sous le coup de l’émotion : « Merci pour venir, c’est génial de voir vous et tous ces gens ». Une grammaire hasardeuse que le public a pardonnée aussi sec à la jeune Zürichoise : ce qui comptait, c’était l’interprétation des morceaux de leur premier album, “Mutual Friends”, sorti l’an dernier en Suisse et prévu pour la rentrée en France.

En format quatuor, avec Valeska au chant, Sonja à la basse (et parfois à la guitare, à son grand désarroi!), et deux musiciens aux synthés et à la guitare électrique, sans batterie donc, le duo germano-suisse laisse filer toute l’émotion de ces morceaux composés autour des souvenirs de Valeska : Il y a là « Boris », qu’elle explique être consacrée à « un vrai salaud », « Oh Boy », une chanson sur une amie de Valeska briseuse de cœurs, ou encore « July », présentée comme « une berceuse pour adultes » (sans pour autant offenser les mœurs les plus fragiles…). Une heure vingt de grâce conclue par deux rappels, l’occasion pour les deux chanteuses de s’écarter un peu de leur répertoire « connu » : tout d’abord avec « une nouvelle chanson », « Hotel Room », inspirée par leurs nouvelles errances autour du monde, et une reprise, leur version folky du tube « Bulletproof » de La Roux. Largement suffisant pour donner aux spectateurs l’envie de les réentendre dès leur retour sur Paris.

A voir aussi le clib “Little Numbers” qui a également conquis bon nombre d’utilisateurs sur Youtube.

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Boy en concert Botanique de Bruxelles, le 15 juillet 2012 et dans beaucoup de festivals de l’été en Allemagne et en Suisse dont au Paléo, le 18 juillet 2012. Détails de la tournée ici!

 

Label Suisse aura lieu les 14 et 15 décembre à Lausanne

Small is beautiful…. Après des rumeurs d’arrêt complet de la manifestation, Label Suisse renaît de ses cendres en décembre 2012. Petit rappel des faits: né à l’initiative de la Radio Suisse Romande en 2004, ce festival de trois jours qui se tient tous les deux ans fait la part belle aux artistes suisses. Il sera d’abord une journée portes ouvertes à la maison de la Radio. En 2006, il fait un mariage de raison avec l’usine d’Incinération Tridel à l’occasion de l’inauguration de cette dernière. Deux ans plus tard, c’est avec l’inauguration de la deuxième voie du métro (M2) qu’il s’acoquine. A chaque édition tous les concerts sont simultanément mis en ligne sur le site Internet de la radio et de la télévision, à chaque édition l’affluence augmente. Jusqu’à atteindre les proportions d’un Open Air en 2010. Les concerts ont lieu en plein air sur la place de l’Europe et dans les différentes salles de concert attenantes. Des milliers de personnes défilent, sans qu’on ne sache plus si c’est pour la musique ou pour l’ambiance… A force de grandir, cette biennale musicale se serait-elle perdue? Que faire pour rester à la hauteur en 2012? Au début de l’année la RSR annonçait qu’elle ne pensait pas forcément donner suite à Label Suisse, trop éloigné de sa mission de base. Aujourd’hui , un communiqué nous informe que l’édition est reportée en décembre dans une configuration plus petite avec des concerts dans quatre lieux uniquement: 3 clubs – le D! Club, Le Romandie et Le Bourg – et la salle de concerts des Docks. Une édition redimensionnée et l’occasion pour la Radio Suisse Romande de passer le relais à l’Association Label Suisse pour la mise en valeur des musiques suisses (présidée par Julien Gross). La RSR reste un partenaire privilégié de cette manifestation financée par la ville. Le programme complet de l’édition 2012 sera annoncé à l’automne.

Le disque de juin de Swissvibes: Tobias Preisig “In Transit”

Tobias Preisig © Likta Hanzkova

Dès les première notes, on pressent que la musique de Tobias Preisig est intense, de celle qui vous prend et vous emporte comme une lame de fond avant de vous redéposer sur une berge, repus et heureux. Tobias Preisig est un surdoué du violon, doublé d’un boulimique. Jugez plutôt: A 31 ans, il a déjà enregistré trois CDs dont deux sous son nom sur des labels internationaux, joué au Montreux Jazz, à la Mecque du free jazz de Willisau et au Menuhin Festival de Gstaad. Dirigeant son quartet depuis 2003, il n’en multiplie pas moins les projets spéciaux avec Georges Gruntz, Dieter Meier, Christian Zehnder ou Rusconi.

Evidemment, avec un tel pedigree, sa musique n’est plus vraiment classable. Ni jazz, ni classique, ni théâtrale, ni free, mais un peu de tout ça en même temps. Pour définir son dernier CD, «In Transit », il parle d’un « voyage à travers un pays dont l’apparence se transforme continuellement ». De fait son violon nous emporte sur des thèmes archiconnus (« Hallelujah » de Leonard Cohen) comme sur des compositions de son cru. Serein ou tempétueux, il joue des montées en puissance, passe des sonorités acoustiques à des stridences presque intenables. En transit entre passion et séduction, ferveur et démon, sa musique est de celle qui sont là pour rester.

Tobias Preisig, « In Transit » (Traumton)

Concours pour les filles….

Le Festival les Créatives à Onex (Genève) s’impose comme le rendez-vous musical féminin de Suisse romande. Sont déjà annoncées cette année deux tête d’affiches qu’il n’est plus nécessaire de présenter: l’Australienne Nadeah (jeudi 22 novembre) et le tandem français de Brigitte (vendredi 23 novembre). Mais le festival affectionne aussi les découvertes. Pour la deuxième année consécutive, il propose un concours pour sélectionner l’artiste suisse la plus créative. L’opération est lancée maintenant et dure jusqu’au 23 août. Elle est menée conjointement avec mx3, la plate-forme musicale suisse. Conditions et inscriptions sur la page mx3 du festival, rubrique book my band

Plaistow live in Berlin

Si vous aimez les long crescendos, les films en noir et blanc et le suspense musical, la dernière vidéo de Plaistow, “The Mission”, un morceau live enregistré le 19 mai dernier  au club Ausland de Berlin est pour vous. Avec – et c’est une nouveauté – l’excellent Vincent Ruiz à la contrebasse. Et toujours Cyril Bondi à la batterie et Johann Bourquenez au piano.

Allez j’en profite encore pour reprendre la citation du critique musical anglophone Brian Morton: “Plaistow always sounds like a group thta existed before the instruments were chosen”.