Le disque du mois de novembre: “l’Envolée” de Stephan Eicher

Il y a un cliché qui revient souvent à propos de Stephan Eicher, depuis le tout de début de sa carrière, dans les années 80: pour un artiste solo, le Bernois a toujours su parfaitement s’entourer. Et même s’il a consacré ces cinq dernières années à rééditer ses tout premiers morceaux, époque Grauzone ou Spielt Noise Boys, où à intervenir sur des projets ponctuels (l’hommage à Alain Bashung, notamment), son retour discographique ne déroge pas du tout à cette sacro sainte règle.

A 52 ans, mais un enthousiasme de jeune homme, Stephan Eicher a pioché aussi bien dans les jeunes pousses folk françaises à la réalisation (Mark Daumail de Cocoon,), qu’aux vieux briscards anglo-saxons (Volker Zander et Martin Wenk de Calexico, William Tyler, de Lambchop), aux vieux amis lettrés (l’écrivain Philippe Djian, un fidèle) qu’aux plumes inédites (Miossec ou Fred Avril). Un vrai travail d’équipe qui sert simplement à sublimer l’art du chant juste, de la guitare tendre, du clavier bien ajusté, du vieux cow boy du rock suisse.

Quand Miossec, toujours aussi accablé par l’existence, lui écrit le neurasthénique “Disparaitre”, c’est bien Eicher qui, la voix faussement fragile, lui donne toute sa puissance émotive et en souligne le sens potentiellement subversif. Quand ses compères tentent une inattendue excursion mariachi sur le bien nommé “l’Excursion”, c’est bien ses écorchures qui fait souffler un vent épique que n’aurait pas renié Tom Waits. Lui encore qui fait le lien entre la diversité des styles explorés ici, point commun entre du rockabilly jazzy (“dans ton dos”), des ballades au piano en suisse-allemand (“Du”), les ambiances hypnotiques, quasi new wave (“Donne moi une seconde”) ou les grandes envolées de corde, justement. Un très beau disque écrit à plusieurs, et à apprécier seul.

Stefan Eicher, “L’Envolée” (Barclay)

Stefan Eicher sera en concert à Nimes le 6 décembre, à Bruxelles le 13 décembre et à Paris le 17 décembre. Sa tournée complète est consultable sur son site internet.

“You need to have discipline to create freedom for your band”

Swiss composer Nik Bärtsch and his band Ronin just wrapped up a US tour to present their new two-disc set called “Live”. Everywhere they go, music critics are raving about the groove of a music that is flirting with rock and pop. Swissvibes talked to Nik Bärtsch in New York.

Nik, tell us about your recent US tour with your band Ronin.

Nik Bärtsch We played in Oakland and Portland, where we had already played in the past. We also played at Earshot Jazz Festival in Seattle. It was our first time there and it is a very good festival. Finishing the tour in New York was great. The headquarters of our label ECM are there. We played there last year and it was named by Jim Fusilli, the Wall Street Journal music critic, one of the best live shows of 2011 alongside Radiohead, Patti Smith and Björk. For us, it was amazing to be named with artists like them.

How did your new live album come about?

Nik Bärtsch We recorded about 50 shows. We made a first selection of about 30 tracks from all these shows. We reduced the number to 11 and worked with Manfred Eicher, our producer at ECM, to end up with a final selection of 9 tracks from different shows. The idea was to show the deveopment and activity of the band. It is a funny mix of small venues and bigger ones. For instance, we played in a theater in Lörrach. It was organized by a friend of mine and they had built a lounge. So we had young people lying in front of us when we played. It was kind of strange but also a really special show.

When you talk about Ronin, you often highlight the discipline of your band. Why?

Nik Bärtsch When you listen to great bands like Radiohead or musicians like Herbie Hancock, you can feel they have a lot of discipline. You need to have discipline to create freedom for your band. Our discipline come from our Swiss roots. Our sound is clean and precise. But we only do that to give ourselves freedom during our shows. You could compare us to an experimental pop and rock band. We are precise with our message. But the structure we have in our music allows us to have fun on stage. Music is the message.

Tell us about your relationship to New York.

Nik Bärtsch We played 4 times there. It is always important to play there because it is where most music is developped. We always have had inspiring audiences there. New Yorkers know a lot about bands. We were totally happy because they made us feel that they wanted to hear something special. It is a good feeling.

You are releasing a two-disc set at a time when people listen to more music online. Does this rapidly-changing environment have an impact on how you create an album?

Nik Bärtsch We always did what we thought was right. You have to work on the long run and show people you can surprize them. Ronin sold 50 000 records, which is amazing for a jazz band. The business model changes, the media change, but the message stays the same. I don’t only think myself as a musician. I am also an entrepreneur, because you need to sell records to be able to keep playing.

For more information:

Ronin’ s “Live” two-disc set is out. Label: ECM

Nik Bärtsch and Ronin play every Monday at Exil music club, Hardstrasse 245 21,  in Zurich.

Ronin will perfom at Label Suisse in Lausanne on December 14th, 2012.

For more information: http://www.nikbaertsch.com/konzerte/

Grenzenlos – Ein Festival rund um das Piano, von Beethoven über Boulez bis Monk

Das Piano-PAM Festival (Platz für andere Musik) geht dieses Jahr in die Zweite Runde. Vom  16.11. – 18.11.12 dreht sich in Uster alles um das Piano. Eintönig? Im Gegenteil. Der Schlagzeuger und Gründer des PAM Festivals Lucas Niggli erklärt uns, warum gerade ein Festival in dieser Form ein besonders grosses Entdeckungspotential birgt und zu einem erfrischenden Kulturerlebnis wird.

Während das PAM Festival 2010 zum ersten Mal stattfand, veranstaltest du ebenfalls unter dem Namen PAM aber schon seit über 9 Jahren Konzerte in Uster. Eine Konzertreihe die du selbst ins Leben gerufen hast. Was war der Ursprungsgedanke dafür?

Lucas Niggli: Zum einen liegt dies am musikalischen Angebot In Uster. Wir haben zwar den Jazzclub und die Kulturgemeinschaft Uster, die beide regelmässig Konzerte veranstalten, allerdings jeweils in Bereichen, die mich nicht immer interessieren. Zum anderen hatte ich neben meinem Atelier den “Qbus” (ein altes Kino, welches heute leider nicht mehr besteht), ein Ort also, der für solche Anlässe perfekt geschaffen war. Als Musiker reise ich viel in der Welt herum, wobei ich auch immer sehr interessante Leute treffe. Mit dem „”Qbus”“ hab ich einen Raum gefunden, um diese Leute nach Uster zu bringen. Ein Experimentierfeld, ein Spielplatz um Sachen auszuprobieren, und Grenzen zu überschreiten. Aber natürlich hab ich auch darum die Konzertreihe PAM gegründet, um meiner Community hier in Uster etwas zurück geben zu können, von dem was ich auf all meinen Reisen erlebe.

Dass ich das Konzerprogramm jeweils voll und ganz nach meinem Geschmack gestalten konnte und kann, liegt natürlich auch daran, dass ich die Musiker alle persönlich kenne, mit ihnen zusammen arbeite, was natürlich ein grosser Vorteil ist. Dass die Konzertreihe PAM allerdings bis heute andauert – mittlerweile haben wir schon über 44 Konzerte veranstaltet, jeweils ca. 4 pro Jahr – hätte ich mir damals allerdings nicht erträumt.

Als ich vor über 10 Jahren damit begonnen habe, war alles noch sehr im Low Budget Bereich. Die ersten beiden Jahre habe ich sogar noch draufgelegt, aber meine Frau ,die mich dabei immer unterstützte, meinte jeweils: ” Andere gönnen sich teure Weine oder Essen oft auswärts und wir leisten uns eben die Konzerte.”

Das Piano PAM Festival findet dieses Jahr bereits zum zweiten Mal,nach der Erstausführung im Jahre 2010 statt. Was hat dich dazu bewogen, nebst der Konzertreihe noch ein Festival zu lancieren?

Lucas Niggli: Der Ursprungsgedanke war eigentlich der, dass ich so viele interessante Pianisten gerne nach Uster geholt hätte, dies aber nie möglich war, da es im “”Qbus” ” keinen Flügel hatte. Diesen jeweils für ein einziges Konzert zu mieten, hätte sich finanziell nicht gelohnt. Für ein 3-tägiges Festival allerdings schon und so beschloss ich deshalb ein Festival zu gründen, bei dem das Piano im Zentrum steht. Das Piano war also der ausschlaggebende Punkt. Die erste Ausgabe des Piano-PAM Festivals im Jahre 2010 kam dann so gut beim Publikum an, dass ich dachte, komm das mach ich wieder.

Mit den ebenfalls im Kanton Zürich stattfindenden Festivals Taktlos und Unerhört, gibt es ja bereits Veranstaltungen mit einer ähnlichen Ausrichtung. Inwiefern unterscheidet sich da das PAM Festival von den anderen?

Lucas Niggli: Da unterscheidet sich sehr viel. Zum einen nur schon die Geschichte und die Grösse der Festivals. das Taktlos ist ein Festival mit internationalem Renommée und war in der Schweiz ein wichtiger Impulsgeber für Neue Musik vor allem in den 80er  – und 90er Jahren . Allerdings hat das Taktlos in den letzten Jahren eine Krise durchgemacht, weshalb es etwas an Relevanz verloren –  und mit dem Unerhört Festival starke Konkurrenz erhalten hat, was wiederum auch dem  Taktlos gut tut . Die Festivals bemühen sich vermehrt um Profil und das hat einen positiven Effekt auf die Programmation. Während das Taktlos sich vor allem auf die improvisierte Musik im Zusammenhang mit Jazz und Rock fokussiert, dreht sich beim „Piano – PAM“ alles um ein Instrument und kennt dabei keine stilistischen Grenzen. Ein Festival bei welchem an einem Abend Musik von Thelonious Monk, Beethoven und Pierre Boulez zu hören ist, das muss man in der Schweiz sicherlich suchen.

Auf welche Leckerbissen dürfen wir uns ganz speziell bei dieser Ausgabe des PAM Festivals freuen?

Lucas Niggli: Persönlich freue ich mich sehr auf den Zürcher Pianisten Stefan Wirth, der Musik von Beethoven und Pierre Boulez spielen wird und natürlich Alexander von Schlippenbach, eine grosse Legende des Freejazz in Europa. Dass diese zwei Pianisten den gleichen Abend bestreiten ist sehr toll. Ich als Konsument wünschte mir mehr oder zumindest regelmässiger solche Abende. Aber dies ist ja auch mit ein Grund weshalb ich das PAM Festival veranstalte. Ich mache mir dabei selbst ein Geschenk, in dem ich ein Programm zusammenstelle mit Musik von Komponisten, die ich am liebsten höre. Also Thelonious Monk, Pierre Boulez und Ludwig van Beethoven.

Findest du, dass es in der Schweiz genügend Platz für andere Musik gibt, gerade in der freien Improvisation?

Lucas Niggli: Nein, es gibt nie genügend solche Orte. Aber dies hat auch gewisse Vorteile. So müssen sich die jungen Musiker aus der Not heraus selber ihre Plattformen schaffen. Die jüngere Schweizer Generation macht dies anhand des Beispiels der Jazzwerkstatt in Bern. Eine Bewegung, die im übrigen in ganz Europa stattfindet. Sie definieren sich so ihren ganz eigenen Spielplatz. Wenn du etwas selber aufziehst, in deiner Szene, deinem Umfeld, kannst du es so gestalten und prägen, wie du es möchtest und das, gehört auch zur künstlerischen Arbeit und Identität eines Musikers. Es steckt zwar jeweils viel Arbeit, dahinter, ist aber zugleich auch sehr befriedegend. Ich kann gleichzeitig Gastgeber sein – was ich als ein sehr schönes Gefühl empfinde – und die Musik aufführen und spielen, die ich möchte.

Ich glaube auch, dass in einem Konzertbetrieb wie das PAM ihn führt, eine interessante Zukunft steckt. Heute hören oder konsumieren die Leute ein viel breiteres Musikangebot als früher. Warum aber führt man Musik meistens nur in den dafür traditionsgemäss üblichen Räumlichkeiten auf? Wie z.b. Beethoven nur in der Tonhalle, Boulez nur im Kontext von Neuer Musik, oder Monk nur in einem Jazzclub? Diese Tradition zu brechen ist mir ebenfalls ein grosses Anliegen. Und darum geht es bei PAM auch, in dem man Traditionen, Vorstellungen und Gewohnheiten aufbricht.

Das PAM Festival findet vom 16.11.12 – 18.11.12 in Uster statt. Die Konzerte beginnen jeweils um 20:30 Uhr. Eintrit 20.-/30.-

L’Orchestre Tout Puissant Marcel Duchamp à Paris

Passage remarqué du ready-made musical franco-suisse aux confins du jazz, de la transe africaine et de la musique contemporaine dans une petite salle parisienne, l’Espace B. Retour sur cette sourde déflagration du 22 octobre dernier.

Tapis élimés au sol, murs de craie décorés de manière aléatoire, bière pas chère pour faune autant enthousiaste que désargenté : l’Espace B à Paris pourrait aussi bien évoquer l’arrière-boutique d’un bar de Brooklyn qu’une cave autogérée à Lausanne. Cela tombe plutôt bien, l’Orchestre Tout-Puissant Marcel Duchamp (OTPMD) raffole de ces salles atypiques, joyeusement underground et indie : normal, tout a commencé pour le groupe franco-suisse du Genevois Vincent Bertholet (à la double basse ou à la contrebasse) dans les méandres artistiques dans un des squats de la « Cave 12 », l’association de soutien aux musiques expérimentales sur les bords du lac Léman. Pour sa tournée française fin octobre, qui passait également dans quelques villes exotiques (Bayonne, Tulle ou Clermont), l’OTMPD se devait donc de faire honneur à cet Espace B qui lui ressemblait tant, délicieux foutoir sans frontières. Et même serrés  sur la scène symbolique de cette petite salle, les six musiciens ont laissé s’épanouir leurs morceaux-gigognes – tirant parfois leurs jams « jazzcore » pendant plus de dix minutes. Aux allures hypnotiques du marimba de l’excellente Aida Dop répondait la batterie furieuse de Wilf Plum (dont on aurait bien vu les mythiques Dog Faced Hermans déflorer cette salle) ; parfois, le trombone de Seth Bennet marquait le temps, plus souvent il se déchainait comme un samedi soir dans un petit club de Lagos ; Liz Moscarola dansait parfois la gigue derrière son violon, comme un écho à son diplôme d’éducation somatique (une discipline d’éveil du corps) et et s’attachait avec Vincent Bertholet à lier les diverses transes du groupes en cris-soubresauts. Une bulle d’air que le public a respiré profondément.

Prochain concert en Suisse romande au City Club de Pully le 19 décembre!

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