Ingrid Lukas – In Estland ein Popstar, in der Schweiz noch ein Geheimtipp

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Die Schweiz/Estnische Jazz-Sängerin Ingrid Lukas hat vor ca. 1 Jahr ihr viel beachtetes Album “Silver Secret” veröffentlicht, welches sie zusammen mit dem Norwegischen Jazz-Pianisten Bugge Wesseltoft und dem langjährigen Sound Engineer von Björk, Valgeir Sigurosson produziert hat.
In Estland holte sie sich damit vor kurzem den 2. Platz beim estnischen Music Award was ihr zum entgültigen Durchbruch in ihrem ursprünglichen Heimatland verhalf. In der Schweiz noch ein Geheimtipp – was sich aber bald ändern dürfte – ist die 27-Jährige Sängerin zur Zeit auf Deutschland Tour.


Vor kurzem hast du den sagenhaften 2. Platz am Estnischen Music Award belegt. Was hat sich seitdem in Bezug auf deine Person in Estland verändert?

Ingrid Lukas: In Estland läuft es mittlerweile sehr gut. Die Leute schätzen meine Musik, was mich natürlich sehr freut. Die Medienpräsenz ist stark angestiegen, die Radios spielen meine Songs. Ein tolles Gefühl, wenn man bedenkt, dass Estland ja nicht mein Lebensmittelpunkt ist.

Als Ende 2011 dein neues Album “Silver Secret” veröffentlicht wurde, gab es ja eine Art Seilziehen zwischen den Esten und den Schweizern, wer denn nun mehr Anteil an Ingrid Lukas hat. Mit dem 2. Platz in Estland hast du dich ja dort mittlerweile zum heimischen Popstar mutiert, während man dich in der Schweiz wohl noch eher zu den viel gelobten Geheimtipps zählst. steht es nun 1:0 im Seilziehen für Estland?

Ingrid Lukas: (Lacht) Ja das könnte man vielleicht so sagen. Seit meinem 2. Platz am Estnischen Music Award ist der Medienrummel um meine Person tatsächlich stark angestiegen. Ich freue mich einfach sehr über diesen 2. Platz. Es ist eine tolle Wertschätzung für meine Arbeit, die ich ja mittlerweile schon seit ca. 15 Jahren mache. Höhen und Tiefen sind in meinem Beruf alltäglich und auch wenn ich in erster Linie Musik für mich selbst mache, tut es immer wieder gut Bestätigung zu bekommen. Das spornt an und gibt dir Energie um weiter zu machen.
Dass die Schweiz jeweils etwas länger braucht, und erst dann auf ihre Künstler aufmerksam wird, wenn das Ausland schon längst am schwärmen ist, hab ich auch schon bei anderen Künstlern so wahrgenommen, aber trotzdem ist dies für mich sekundär.
Natürlich wünscht man sich, dass du mit deiner Musik immer mehr Leute erreichen kannst, deine Konzerte besucht werden, aber es darf nicht der Anstoss sein Musik zu machen.

Du bist zur Zeit in Deutschland auf Tour. Wie sind dort die Reaktionen auf Ingrid Lukas?

Ingrid Lukas: Die Reaktionen hier sind toll. Die meisten haben ja vorher wahrscheinlich noch nie von Ingrid lukas gehört. Die Konzerte sind gut besucht und die CD-Verkäufe laufen ebenfalls super. Den Deutschen gefällt unsere Musik und die für ihr Empfinden eher exotische Mischung aus Estnisch und Englisch.

Während du auf deinem 1. Album “We need to repeat” noch mit Nick Bärtsch zusammen gearbeitet hast, hat es dich für deinen Zweitling “Silver Secret” in den Norden zu Bugge Wesseltoft verschlagen. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

Ingrid Lukas: Wenn möglich arbeite ich jedes Jahr freiwillig am Jazz Festival in Willisau. Bugge hatte dort im Jahr 2008 gespielt und ich wollte ihn unbedingt kennen lernen. Ich hab dann versucht den Job als Beifahrer zu bekommen – leider hab ich immer noch keine autofahrprüfung – was mir glücklicherweise auch gelang. so war ich also dabei, als wir den Bugge in Zürich am Flughafen abholten. Da sein Gepäck aber Verspätung hatte, mussten wir 5 Std. warten. Um die Zeit totzuschlagen gingen wir in ein Kaffe. Da hab ich natürlich die Gelegenheit beim Schopf ergriffen und ihm von meiner Band erzählt. Dies war sozusagen der Beginn unserer Zusammenarbeit.

Was sind deine nächsten Ziele, wie wird es mit Ingrid Lukas weitergehen?

Ingrid Lukas: Demnächst werden wir uns, wahrscheinlich in einer abgelegenen Hütte in Estland, einrichten, um unser 3. Album aufzunehmen.
Darauf freue ich mich natürlich sehr!

Webpage Ingrid Lukas ingridlukas.com
Tourdaten

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Bonaparte – Ein Alleinunterhalter mit Big-Band erobert die Welt!

©MelissaHostetler

Weit haben sie bzw. er es gebracht. Unter den Bandnamen Bonaparte bespielen sie bzw. er mittlerweile fast schon rund um den Globus einschlägige Spielstätten, deren Bühnen groß genug sind, Bonaparte samt Entourage zu beherbergen.

 Swissvibes.org bat den Schweizer Tobias Jundt, Kopf des Ensembles, um die Beantwortung einiger Fragen. Bonaparte sind optisch als auch musikalisch irgendwo in der Tradition zwischen Sigue Sigue Sputnik und Gwar zu verordnen, Jundt wiederum ist der Mastermind der Band und hat nach eigenen Angaben ein Faible fürs Diktatorische. Ist es doch Jundt, der mittlerweile zum Wahl-Berliner konvertierte und sich offenbar als „Líder Máximo von Bonaparte einer Neu-Interpretation des Begriffs „Kreativ-Direktor“ verschrieben hat.

 Von Oktober bis Dezember 2012 touren Bonaparte mit dem neuen Album „Sorry, We’re Open“ quer durch Europa und dies sogar obwohl in manchen Ländern ihr Album noch nicht einmal erschienen ist.

 Was oder wer verschaffte bzw. verschafft dir Inspiration für Bonaparte?
bonaparte: grüezi! der bonaparte steckte schon immer in mir drin und ich schaffe mir damit einen spielplatz, um diese energie zu kanalisieren, so wie auch die tänzer dann wiederum auf diesem soundteppich sich ausleben können. freier ausdruck und energieaustausch, also dinge, die im moment passieren, sind wichtig. aber um diese zu ermöglichen braucht es auch einen entsprechenden rahmen.


Gibt es etwas typisch schweizerisches, was oder welches du im Berliner Exil vermisst?

bonaparte: naja, wir sind ja eigentlich immer unterwegs. das schöne an berlin ist die hohe ansammlung an anderen produzenten, musikern, djs, fotografen, filmemachern und puppenspielern. natürlich vermisse ich dinge, die unersetzlich sind: die frische briese, welche von den alpen herüber weht, das kilo greyerzerkäse auf meinem frühstückstisch und natürlich die mundart. dialekt zu sprechen, ist etwas sehr heimatliches. wir haben uns aber auch angewöhnt, dass unsere ganze crew schweizerdeutsch sprechen muss, obwohl da in wahrheit nur zwei schweizer dabei sind. die sprechen mittlerweile aber alle recht perfekt schweizerdeutsch – nur die amerkianischen tänzerinnen wehren sich erfolgreich gegen die verschweizerifizierung der welt durch die geheimsonde bonaparte.


Wie viel Tobias Jundt steckt in Bonaparte und wie viel macht der Kollektivismus an Bonaparte aus?

bonaparte: bonaparte ist im kern ja ein solo-projekt von mir, welches aber gleichzeitig ein kollektiv und noch gleichzeitiger auch ein wanderzirkus ist. wer hier mit wem und wem noch nicht – das könnte uns kein dreigroschenroman erklären. also ob ich alleine mit meinem hasen spiele oder die ganze bonaparte-familie mit dabei ist, es ist immer noch bonaparte. im kern stehen die songs, welche uns für die live-shows den teppich weben. wenn wir früher sagten, wir seien ein demokratisches kollektiv, geführt von einem verrückten diktator, dann ist das nicht weit von der warheit entfernt.


Kannst du von Bonaparte leben und wenn ja, wie schwierig ist es darüber hinaus, ein größeres Kollektiv wie Bonaparte zu finanzieren?
bonaparte: das ist eine relativ komplexe frage. zum einen ist die frage, ob wir überhaupt wollen, dass wir nur davon leben können. für mich ist es natürlich eine 300% angelegenheit, das muss auch irgendwie gehen, aber die meisten von uns spielen bewusst noch in anderen bands oder haben ihre eigenen projekte am laufen. eine menschengruppe dieser größe durch die landschaft zu senden, ist ja sowieso ein eher verrücktes unterfangen. die big bands sind ja alle in der ersten hälfte des letzten jahrhunderts ausgestorben. aber der soziale aspekt des tourens, den ein DJ nicht mehr wirklich hat, wenn er alleine in der senator lounge am flughafen rumhängt, der gibt bonaparte eine schöne eigenheit. während ich dies tippe, sind wir gerade in polen unterwegs, und in der ferne ist es ganz schön, eine gruppe von gleichgesinnten zu sein.


Bonaparte wird ab Ende Oktober auf Europa-Tour gehen. Mit was für einer Formation werdet ihr antreten und kannst du bereits was über die Bühnenshow sagen?

bonaparte: wir werden ca. 20 menschen sein. als support act haben wir Tim Fite aus brooklyn eingeladen, ein sehr begnadeter künstler, der zu seinen visuals einen verdrehten singer-songwriter-hiphop darbietet. danach wird das schiffshorn der H.M.S. BONAPARTE erklingen und dann winken wir ein letztes mal an der rehling stehend und legen ab. die reise führt kreuz und queer durch die songs der letzten drei alben. zwischendurch gibt es der tradition entsprechend werbepause und ein paar körperliche aktivitäten, um sich vom tanzen zu erholen und gleichzeitig für die zweite hälfte des wilden rittes die muskeln zu stählern. wir werden natürlich wieder nicht wissen, welche songs wir nicht spielen sollen und entsprechend alle spielen wollen. und natürlich darf der bonaparte bazar nicht fehlen, mit neuen bekleidungsmöglichkeiten für den winter und farbigem vinyl. wir machen bereits fleißig kniebeugen.

 Für die letzten beiden Alben von Bonaparte wirst du jeweils als Produzent angeführt. Könntest du dir vorstellen, auch mal mit einem anderen Produzenten zu arbeiten und wenn ja, gibt es vielleicht auch einen Produzenten mit dem du immer mal schon was machen wolltest?

bonaparte: ich schreibe und produziere alle bonaparte alben, sonst wäre es nicht bonaparte. ich habe aber tatsächlich in erwägung gezogen nach beenden der berlin trilogie, nun mit einem anderen produzenten eine co-produktion zu machen. die reise wird weitergehen und die zelte habe ich bereits verschifft. wie das klingt und wer die namen sind, die da mitwursteln, das erfahrt ihr dann in der nächsten folge, wenn es wieder heißt: “das paralleluniversum der familie bonaparte – zwei liter schweiss und die geheimen teufelsquinte.”

adieu!

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Bonaparte, “Sorry We Are Open”

On tour from the 25th of October In Germany, Austria, Switzerland, France

Elina Duni, eine Heimat so nah und doch so fern

Das neue Album “Matanë Malit” (ECM/Harmonia Mundi) der schweiz/albanischen Musikerin und Sängerin Elina Duni ist eine Hommage an die albanische Poesie und deren Lieder. Sie nimmt uns dabei mit auf eine wunderschöne Reise in ein fernes Land, dessen Klänge uns wehmütig stimmen und ergreiffen vom ersten bis zum letzten Ton.

Im Gegensatz zu deinen früheren Alben “Baresha” und “Lume Lume”, singst du auf “Matanë Malit” ausschliesslich albanisch. was bedeutet es für dich, als Sängerin, die davor vorwiegend englische Texte interpretiert hat, in deiner Muttersprache zu singen?

Eina Duni Albanisch zu singen ist für mich sehr speziell und auch sehr interessant. Bis ich 10 Jahre alt war habe ich in Albanien gelebt, danach bin ich in die Schweiz ausgewandert, wo ich lange Zeit in Genf wohnte. Ich bin also zum einen mit der albanischen Tradition, wie zum anderen mit der westlichen Musiktradition, dem Jazz, der Klassischen Musik usw. aufgewachsen. Das führte auch oft dazu, dass ich noch nicht genau wusste, wo mein Platz ist. Dies änderte sich aber, als ich begann diese beiden Welten zusammenzuführen, in dem ich die albanischen Texte mit meinen musikalischen Einflüssen kombinierte. Aufeinmal fühlte sich alles viel klarer an. Eine Erfahrung, die mich in meinem musikalischen Schaffen sehr bereichert hat, auch wenn ich mich in Zukunft nicht nur auf mein albanisch beschränken möchte.

“Matanë Malit” heisst auf Deutsch “Jenseits der Berge”. Ein Albumtitel in Bezug auf deine Heimat, so nah und doch so fern?

Elina Duni Das Album ist für mich tatsächlich eine Reise in die Ferne, die mir aber auch sehr vertraut ist. Gleichzeitig bezieht sich “Matanë Malit” aber auch auf die Standorte meiner beiden Heimatländer. Egal ob du von der Schweiz oder Albanien aus schaust, die Länder liegen immer Jenseits der Berge. Der Albumtitel bezieht sich aber auch auf das westliche Publikum. Die Texte handeln alle von universellen Themen, wie z.b. der Liebe, dem Tod, Freiheit. Themen die uns alle beschäftigen. Auch die Musik empfinde ich als sehr universell. Es sind also Stücke, die uns hier zwar fern sind, aber im Grunde genommen sehr vertraut.

Mit deinem neuen Album hast du dich musikalisch noch tiefer mit der Geschichte Albaniens auseinander gesetzt. Während du dich vorher noch in eher gewohnten Jazz/Balkanischen Klängen bewegt hast und dich schritt für schritt an den Fundus der balkanischen Folklore herangewagt hast, klingt “Matanë Malit” wie das Ergebnis einer langen Reise durch verschiedenste Einflüsse, die dich geprägt haben. Inwiefern unterscheidet sich für dich “Matanë Malit” von deinen anderen beiden Alben?

Elina Duni Wir sind an dieses Album ganz anders herangegangen als noch bei den letzten beiden. In unserem Zusammenspiel sind wir viel klarer geworden. Auch der Umgang mit den Klangfarben ist uns viel bewusster geworden. Ganz nach dem Motto “weniger ist mehr” haben wir es geschafft, der Musik diese Tiefe zu geben, in dem wir die Spannung viel ausgeglichener gestaltet haben. Im Vergleich zu “Lume Lume” klingt “Matanë Malit” reifer. Auch habe ich zu den traditionellen Stücken die wir umarrangiert haben, noch zwei eigene Stücke komponiert, was eine spannende Herausforderung für mich war. Zusammen mit meiner Band (Colin Vallon Piano, Norbert Pfammatter Drums, Patrice Moret Bass) und diesen zwei völlig verschiedenen kulturellen Einflüssen, ist dieses Album entstanden. Hätte ich nur in Albanien gelebt, würde meine Musik mit Sicherheit ganz anders klingen. Auf Metane Malit wollte ich die Aspekte der albanischen Poesie mit der traditionellen albanischen Folklore zusammenbringen. Es ist eine Hommage an die albanischen Dichter.

“Matanë Malit” ist am 21. September auf dem berühmten deutschen Jazz Label ECM veröffentlicht worden. Dein erstes ECM Album. Wie hast du die Arbeit mit dem Gründer und Produzenten des traditionsreichen Labels, Manfred Eicher erlebt?

Elina Duni Die Zusammenarbeit mit Manfred Eicher war sehr befruchtend. Er hatte die genau gleichen Vorstellungen wie wir. Von Anfang an war er von unserer Musik begeistert. Auch er wollte ein Album, welches nicht den einzelnen Musiker hervorhebt, sondern immer das Stück im Vordergrund steht. Es gibt also praktisch keine Jazzsoli im herkömmlichen Sinne, improvisiert wird im Kollektiv und immer mit dem Bewusstsein, dass das Stück an oberster Stelle steht. Mich hat Manfred auch stark beeindruckt mit welcher Euphorie er nach über 2000 produzierten Platten und über 40 Jahre Labelarbeit er noch an die Dinge herangeht und sich freuen kann wie ein kleines Kind. Er hat eine unglaubliche Weitsicht und war immer zur Stelle mit guten Ideen, wenn wir uns mal verloren haben.

Mit deiner Band und auch als Musikerin in anderen Projekten bist du ständig unterwegs und viel im Ausland. Seit Jahren wohnst du aber in der Schweiz. Fühlst du dich hier heimisch?

Elina Duni   Ja, ganz klar. ich fühle mich sehr wohl hier in Bern. Mir gefällt das kultivierte und offene Volk. Und auch wenn ich die grossen Städte im Ausland liebe, könnte ich dort nicht leben. Die Schweiz ist mein Zuhause.

Elina Duni, “Matanë Malit” (ECM)

Webpage und Tourdaten Elina Duni elinaduni.com

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Sophie Hunger, toujours plus haut

©Augustin Rebetez

« The Danger of Light » est sorti le 28 septembre en Helvétie. Un événement attendu puisque les deux derniers CD de Sophie Hunger,  “Mondays Ghost” et “1983”,  sont tous deux disques platines. La Radio Suisse Romande a d’ailleurs décrété le 25 septembre “Journée Sophie Hunger”. La belle débarquant sur tous les chaînes, de Couleur 3 à la Première, pour culminer par un concert live dans l’émission Paradiso. « The Danger of Light » sera disponible à l’international à la fin de la semaine et on peut d’ores et déjà l’écouter ici. Il y montre la chanteuse préférée des Suisses dans un univers musical enrichi, la voix tour à tour acidulée, proche d’une folk woman des années 70 ou d’une chanteuse de cabaret. Du côté de ses musiciens, tous multi-instrumentistes, même énergie, même stimulation. On flirte avec une approche  jazz et avec différents rythmes. Il faut dire que pour réaliser ce disque Miss Hunger et son producteur américain  –  Adam Samuels – n’a pas hésité à orchestrer trois sessions d’enregistrement dans les conditions du live. En France (avec son groupe), aux USA avec quelques grands noms comme Josh Klinghoffer (Red Hot Chili Peppers, PJ Harvey), Nathaniel Walcott et une dernière, à la dernière minute, à Montreal. On aurait pu craindre la surenchère, mais Sophie Hunger y a au contraire trouvé une spontanéité et une fraîcheur qu’on ne lui connaissait jusqu’ici pas sur disque.  Avec une mention spéciale pour « Das Neue » au trombone langoureux et aux paroles coups de poing. Sans concession, comme son auteur qui fait le point sur sa situation et sur celle de la scène suisse.

Est-ce que le fait d’avoir tourné dans le monde entier a changé votre vision du monde ?

Sophie Hunger Chaque tournée me confirme que je viens d’un très petit pays aux conditions de vie ultra-privilégiées. On a tendance à oublier que les règles ailleurs ne sont pas comme ici. Notre réalité du monde 2012 n’est pas la réalité d’un Indien, d’un Chinois ou d’un Américain ou même d’un Allemand de l’Est ou de quelqu’un qui vient du Sud de la France.

Cela vous arrive de chanter en français et vous avez votre public en France. Qu’est-ce qui vous attire dans la culture et dans la langue française ?

Sophie Hunger Comme je connais mal cette culture, j’y évolue facilement. Je ne vois pas les pièges dans lesquels je pourrais tomber. Dans le domaine de la musique, c’est toujours très bien de ne pas trop savoir de choses. La France est aussi le premier pays qui m’a ouvert ses portes. Pour une petite Alémanique qui vient de Zurich, c’est assez spécial. Pour toutes ces raisons, je suis émotionnellement très proche de la France.

Et l’Allemagne ?

Sophie Hunger L’Allemagne est venue après. Le morceau « Walzer Für Niemand » a été pris pour une pub pour ONG qui récolait des fonds pour les SDF. La campagne a été diffusée à la période de Noël. Et c’est ça qui a ouvert des portes. Puis tout est allé très vite. Les Allemands sont plus cérébraux, intériorisés. Ils sont très respectueux et humbles. Les Français sont plus latins, plus expressifs, plus sensuels. Un Français va m’envoyer des roses après un concert et un Allemand va m’envoyer un poème. L’autre pays qui m’a pris dans ses bras, c’est le Canada, plus particulièrement Montréal. Ces trois dernières années, j’ai joué au Montréal Jazz Festival. Normalement quand on joue dans un festival de ce genre, on n’y retourne pas avant plusieurs années. Mais le Montreal Jazz Festival me demande chaque année un nouveau projet. J’y ai d’abord joué en quintet, puis trio. Cette année j’y ai présenté mon spectacle en hommage à Bob Dylan.

Vous avez rendu un hommage à Bob Dylan à Paris et au Canada, que représente-t-il pour vous ?

Sophie Hunger Dylan est un professeur pour moi. Il m’apprend des trucs très très basiques sur la façon de chanter, sur comment écrire des morceaux. On dirait qu’il a tout ça en lui, naturellement. J’ai commencé à l’écouter quand j’avais vingt ans et je n’ai pas encore fini de découvrir tous ces astuces et ses façons de jouer.

Aujourd’hui, en quoi vous sentez-vous encore suisse ?

Sophie Hunger Je suis très attachée à la Suisse émotionnellement. Je ne dois pas y passer pas plus d’un quart de mon temps maintenant. Mais, quand je dois m’absenter pendant une longue période, la Suisse me manque. Même si j’habite à Zurich,  je me rends compte que ce à quoi je suis le plus attachée est la nature, la terre. Je ne peux pas vivre sans les Alpes, sans les montagnes, sans les fleuves, sans l’eau.

Avez-vous des contacts avec les musiciens de la scène suisse ?

Sophie Hunger Je connais beaucoup de musiciens. Chacun de ceux  avec qui j’ai joué est resté dans mon cœur. C’est un lien qui est plus fort que celui qu’on peut avoir avec des amis. C’est bizarre, mais c’est comme ça. Même si je ne les vois pas beaucoup, je pense beaucoup à eux. J’ai vu des trucs d’eux que leurs amis ne voient pas. J’essaie aussi de suivre cette scène. C’est important de respecter la scène dont on est issu.

D’autant que cette scène est très active depuis une dizaine d’années

Sophie Hunger La scène est en ébullition. Anna Aaron, Heidi Happy ou des jeunes comme Dominik Chansorn qui va bientôt sortir son premier disque.

Comment expliquez-vous cette ébullition ?

Sophie Hunger  Il y a une émulation. S’il y en a un qui fait quelque chose de nouveau ou qui sort un disque, cela stimule les autres. Cette énergie est très importante. Qualitativement, cette scène ne cesse de progresser. Regardez les chanteuses : ce ne sont pas seulement des interprètes, mais aussi des musiciennes et des auteurs-compositeurs. Ça, dans les années 90, c’était impensable. Il y a toujours eu jusqu’ici des bons artistes en Suisse. Mais jusqu’ici c’étaient des cas isolés, des individualistes. Ce qui est nouveau, c’est d’assister à l’émergence d’une scène. Il y a tellement de liens entre nous. Par exemple Heidi Happy et moi avons joué dans le même groupe il y a sept-huit ans. J’ai vu Evelinn Trouble chanter pour la première fois à l’âge de seize ans. Idem pou Anna Aaron. Les Dead Brothers était le groupe préféré de mon meilleur ami. Du coup, je les connais aussi.

Sophie Hunger, “The Danger of Light” 2Gentlemen(disponible en CD, 2 LP, download & Deluxe Edition)

Sophie Hunger commence la tournée consécutive à la sortie de “The Danger of Light” le 25 octobre au Canada avant de poursuivre en Europe. Le concert du 10 novembre au Café de la Danse à Paris est déjà complet! Les billets des quatre concerts au Kaufleuten de Zurich partent très vite.

No Reduce in New York

Dave Gisler  travels through New York  with a big suitcase full of guitar pedals. The 29 year-old jazzman from Zurich is currently in the United States for a tour with his band, No Reduce. Swissvibes caught up with him on rainy Monday afternoon, 2 hours before his first show in Brooklyn.

Dave, tell us about Jaywalkin’, your band’s first record.

Dave Gisler We recorderd it in New York last year. I got a residency from Switzerland and I stayed here for 4 months. Nasheet Waits is one of my favorite drummers. I called him up and asked him if he would like to play with us (Nasheet Waits is based in New York and drums for Jason Moran & the Bandwagon among others). My friend Christoph Imiger, who plays saxophone, was in New York at the time as well. And Raffaele Bosshard (Bass) flew in from Switzerland to record the album. Christoph, Raffaele and I had written the songs in Switzerland. We rehearsed them for one and a half days here and recorded the record at Nasheet’s studio. It all worked out well. It is really impressive how Nasheet made the songs come alive.

Why did you call your band No reduce as it sounds grammatically incorrect?

Dave GislerIt is always hard to find a band’s name. The “n”, the “r”, the “d” and the “c” are the first letters of our first names. We put them together and then looked for a way to fill up the blanks. We came up with “No reduce” and liked that. We know it’s not grammatically correct as it should be “No reduction”, but we thought this would be a name people would not forget. And it also sums up the music we do. We really go for it. There is a lot of energy coming from our band.

What are your influences?

Dave Gisler I listen to old jazzmen like Coltrane. But I am mostly influenced by the people I play with and by places like New York. It’s always very inspiring to be here. In the last six years I have come to New York every year and I somehow always end up at the 4 a.m. live session at the Fat Cat. I also love going to the Stone, John Zorn’s club. I have alwas loved both classical jazz and free jazz.

You only have played a couple of gigs before doing this US tour. How important is it for you to play at several venues in New York and Pittsburgh?

Dave GislerIt is a very important experience for us. We try to see if our music works. This tour will make us grow as musicians.

No Reduce on stage at Douglass Street Music Collective in Brooklyn on Septembre 18, 2012.

No reduce’s US tour

18.9. Douglass Street Music Collective, Brooklyn/NY

19.9. Seeds, Brooklyn, Brooklyn/NY

20.9. The Shrine, New York City

21.9. Ibeam, Brooklyn/NY

22.9. Dance Alloy Theater, Pittsburgh/PA

Jaywalkin’ was released on NWOG Records.

For more information: www.noreduce.com

Boy, bientôt en France

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A nouveau sur les routes d’Europe, alors que leur premier album « Mutual Friends » va paraître en France, Valeska Steiner et Sonja Glass, alias Boy, nous parlent d’espoirs comblés, de chambres d’hôtels vides… et de leur obsession pour les pâtes au pistou.

Vous attendiez-vous à avoir autant de succès ?

Sonja Glass : Au contraire, ce qui se passe avec Boy dépasse de loin toutes nos espérances. Nous avons écrit cet album pendant deux ans, dans une toute petite chambre et nous nous retrouvons maintenant dans les plus grands festivals d’Europe. A vrai dire, nous voulions simplement que notre musique soit un peu entendue et nous  étions largement prêtes à produire nous-mêmes quelques centaines de copies. Maintenant, jouer en France et en Angleterre, c’est inespéré… et ce n’est pas fini : nous allons faire une tournée en première partie de Katie Melhua et nous llons voyager en Norvège, Suède, Pologne et au Danemark. En tous cas, c’est assez rassurant de voir que notre persévérance a porté ses fruits !

Votre premier album, “Mutual Friends” qui paraît début octobre en France, parlait principalement de vos amis à Zürich. Ce sera encore le cas pour le prochain ?

Valeska Steiner : (Rires) Peut-être, mais j’en profiterai pour montrer  à quel point ils nous manquent! Déjà, nous sommes basées à Hambourg, et nous ne sommes jamais en Suisse, sauf pour les concerts ! Pour l’instant, il y a une chanson qui sera très certainement sur le prochain album, et que nous jouons déjà en concert, « Room 362 ». L’histoire de deux personnages, un businessman en voyage d’affaire et une femme à la beauté fânée, qui se languissent. C’est ce que je ressens, parfois, en tournée, et cette chanson est comme une réponse au dernier morceau de Mutual Friend, « July », qui au contraire décrit un moment de bien-être absolu – elle commence d’ailleurs par « enlevez vos chaussures », ce qui fait bien rire notre batteur !

Et à part la musique, quelle serait votre plus grande obsession ?

Sonja Glass : Eh bien, à part la musique… ce serait ma basse! Malheureusement, quand nous devons jouer sans notre groupe, je suis obligée parfois de prendre une vraie guitare (rires)…

Valeska Steiner : Quand nous avons composé l’album, notre seule obsession, et notre vrai moment de détente après nos 12h de travail quotidien, c’était un immense plat de pâtes au pistou. Banal, hein ?

Boy, “Mutual Friends” (label Grönland Records). Sortie française le 1er octobre.

Prochains concerts:

Strasbourg, La Laiterie, le 24 septembre

Metz, Les Trinitaires, le 25 septembre

Paris, La Maroquinerie, le 27 septembre

Amsterdam, Paradiso, le 28 septembre

Bruxelles, Le Botanique, le 29 septembre

Monoski, de New York à Paris

Après les Etats-Unis et la Suisse, les Romands Floriane Gasset et Lionel Gaillard s’apprêtent à exporter leur duo orageux et minimal de l’autre côté des Alpes. Portrait, « sans pression particulière ».

« Il y a dix ans, nous n’aurions sans doute pas pu faire cette tournée en France », explique Lionel, dit aussi « Husky », « mais grâce aux réseaux qui se sont développés en Suisse, cela a été finalement très facile. » A l’approche de leur première tournée en France, les deux membres de Monoski gardent la tête froide. Après tout, ils ont déjà eu leur première expérience à l’étranger, aux Etats-Unis.

Ces deux passionnés de musique, actifs dans les milieux alternatifs suisses depuis une quinzaine d’années sont partis à New York deux ans. Pour travailler, d’ abord. Mais la ville du rock et de Sonic Youth, leur référence absolue, leur a inoculé le virus : il fallait qu’il monte un groupe. Leur groupe, à eux. Floriane derrière les fûts, énergique ou faussement apathique, Lionel derrière sa guitare pour des riffs rageurs, à la frontière du blues-rock et du noise. « Nous n’intellectualisons pas » assènent-ils en cœur, toujours à la recherche du « bon groove ». Pour les textes, les deux ont gardé en tête leurs quatre mois de road trip dans le sud des Etats Unis et aux Mexique ; ils en ont gardé des images, celles des chevaux morts sur le bord de la route (« Dead Horses ») ou des visions de prisons vides (« Empty Jail », qui ouvre l’album sur son beat lourd). Des visions qu’ils retranscrivent à deux sur leur premier album “No More Revelations”, comme une évidence. « Au départ nous avions un batteur, mais nous nous sommes vite rendus compte que nous étions plus efficaces à deux » avoue Lionel, «  du coup, nous avons cherché à transformer nos limites en force ».

Quitte à s’attirer la comparaison rituelle avec les White Stripes ou les Black Keys, glorieux ainés adeptes de la formule « guitare-batterie ». Mais de cela aussi, ils n’ont cure : « Ils ne sont pas du tout une source d’inspiration ! » assure Floriane. « A vrai dire, nous avons acheté leurs disques après avoir composé l’album, plus par curiosité : pour voir comment eux géraient les contraintes du duo ! ». C’est sûr, en terme d’envie et de fureur, les spectateurs de Paris ou de Lyon ne verront pas la différence.

A écouter ici !

Monoski sera en concert le 5 septembre à Thionville, le 6 septembre à Strasbourg, le 7 septembre à Paris (Batofar), le 8 septembre à Rennes, le 27 septembre à Lyon

Oy, from Berlin with love…

C’était il y a quelques mois, à Berlin. Joy Frempong, alias Oy, investissait une ex piscine reconvertie en centre d’art (le fameux Stattbad) pour une mini concert privé organisé par et pour la chaîne française Mezzo. L’occasion où jamais de connaître les raisons qui ont poussé l’ancienne vocaliste du groupe Stade avait quitté Zürich pour déménager dans la capitale allemande.

Joy Frempong :

1) parce qu’elle pouvait le faire: « Cela peut paraître idiot, mais en tant que musicienne, je peux travailler n’importe où. Je suis née au Ghana, j’ai grandi en Suisse : il était logique que j’essaie de m’installer ailleurs… a fortiori dans une grande ville où l’art n’est pas considéré comme une niche et concerne presque tout le monde. Ce qui reste étrange, tout de même, c’est que je continue à faire l’essentiel de mes concerts en France et en Suisse, pas à Berlin. Cela a un bon côté, cependant : je peux me consacrer entièrement à l’écriture, à l’écart du circuit, dans mon propre studio ».

2) pour trouver un environnement propice à son travail solo : «  mon travail en solo prend finalement beaucoup d’espace, avec son mélange de jazz, d’électro intime, de voix samplées, d’expérimentations sonore… et l’espace, je ne peux le trouver qu’à Berlin avec ses grandes friches ou ses appartements peu chers. C’est réellement un environnement que je peux relier à ma musique, aux sensations qu’elle procure et qu’elle me procure. ».

 3) pour faciliter les collaborations : «Il y a tellement d’artistes à Berlin que je n’ai aucun mal à échanger ou à collaborer. A Zürich,  j’avais beaucoup travaillé avec d’autres musiciens, comme Stade ou Filewile, mais ici, c’est encore mieux ! J’ai notamment pu participer au projet jazzy hip hop de Sig, « Free Cinematic Sessions », en enregistrant mes voix dans mon studio… »

 L’émission Jazzed Out In Berlin avec Oy a été diffusée sur Mezzo en juin 2012. Oy sera en concert au Festival de la Cité samedi 14 (arches du Pont Bessières),au Festival de la Bâtie à Genève le 11 septembre et à la Cigale (en première partie de Sandra Nkaké) le 13 octobre dans le cadre du Festival île de France

I

Mehr als nur Mädchen-Musik

Foto by Herbert Zimmermann

Sparen wir uns die Vergleiche mit anderen musikalischen Größen: Heidi Happy klingt nach Heidi Happy!  Eine versierte, vielseitige Musikerin, die nach eigenen Angaben ein „Control Freak“ ist. Die, wenn sie nicht gerade die Folkmusik modernisiert, auch mal musikalisch fremdgeht, ob nun mit GeilerAsDu, Yello oder Zwicker.

 Folk oder Singer-Songwritertum als gängige Genre-Schubladen reichen für eine musikalische Beschreibung von Heidi Happy nicht aus. Die Frau macht mehr, kann mehr und hat privat wunderbarerweise sogar ein Faible für Country-Musik.

Heidi Happy veröffentlicht ihr Album „Hiding With The Wolves“ bei Two Gentleman, einem der besten Label der Schweiz, welches unter Kennern in der Euro-Label-Liga im gleichen Atemzug mit Cityslang oder Excelsior Records genannt wird.

 Was liegt da näher, als sich von Heidi Happy selbst Heidi Happy und auch ein klein wenig die Schweiz erklären zu lassen:

 Wie geht es dem Sedel in Luzern und wie kam es zu der Zusammenarbeit mit GeilerAsDu und zuvor mit Yello?

Heidi Happy Der Sedel ist einer der wenigen noch übrig gebliebenen alternativen Kulturräume Luzerns und ist enorm wichtig für das Kulturgeschehen Luzerns.

GeilerAsDu wollte einen Remix von Who You Are von Zwicker feat. Heidi Happy machen. Sie haben mich dann angefragt, ob das okay wäre und mir eine erste Fassung geschickt, die deutlich langsamer als das Original war. Deshalb wurde mein Gesang verzogen und ich habe entschieden, ihn besser nochmals einzusingen.

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Boris Blank von Yello hat einen Song von mir am Radio gehört und sich daraufhin ganz scheu per E-Mail an mich gewendet und gefragt, ob ich eventuell Interesse hätte, auf ihrem neuen Album zu singen. Er hat mir dann Songskizzen geschickt und ich hab ihm erste Entwürfe meines Gesangs und ein paar Backing Vocals-Vorschläge zurückgeschickt, dann haben wir uns bei Yello im Studio getroffen und die Sachen aufgenommen und Boris hat die Sachen danach nochmals neu arrangiert.

 Welche Musik/Künstler hörst du gerade selber gerne?

Heidi Happy Alte Country-Hits, Nina Simone, Feist und seit Neustem bin ich ein großer Fan von Wallis Bird!

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Wie viel Instrumente spielst du eigentlich und welches von denen liegt dir besonders?

Heidi Happy Besonders liegt mir nur die Stimme. Im Duo spiel ich noch Gitarre, Loop Station, Kinderschlagzeug, Melodika und Glockenspiel. Auf den neuen Aufnahmen und auf Tour mit Stephan Eicher hab ich auch noch Vibraphon gespielt. Und ab und zu spiel ich auch Blockflöte. Ach ja, und früher spielte ich Klavier und Cello.

Du kommst viel rum. Fallen dir Unterschiede oder Gemeinsamkeiten zwischen deinem deutschen Publikum und dem in anderen Ländern auf?

Heidi Happy Was mir auffällt ist, dass die Leute in jeder Stadt wieder anders sind. Die Deutschen empfinden wir als ein sehr dankbares, wertschätzendes Publikum.

In Deutschland gibt es gerade anlässlich der jüngsten Wahlerfolge der Piraten-Partei eine große öffentliche Debatte zu Themen wie dem Urheberrecht und illegalen Downloads. Wie nimmst du diese Diskussion als Musikerin auf der Durchreise wahr?

Heidi Happy Beim Ausfüllen der GEMA-Liste kommt oft irgendein Kommentar dazu. Wir suchen auch in der Schweiz eine Lösung zu diesem Problem.

In einem Interview auf RegioTV sagst du, dass das deutsche Publikum dich und deine Musik unvoreingenommener wahr nimmt. In der Schweiz dagegen hätten deine Konzertbesucher eher ein Bild von dir vor Augen, wie über dich in den Medien berichtet wird. Was würdest du dir von Journalisten wünschen, wenn sie sich mit deiner Musik bzw. mit dir als Musikerin auseinandersetzen?

Heidi Happy Viel Zeit, und dass sie sich mehr mit meiner Musik als meiner Person auseinandersetzen. Ich würde behaupten, dass meine Musik viel erzählt. Wenn man die Lieder schnell schnell durchzappt, kriegt man die Geschichten nicht mit.


CD: Hiding with Wolves

After her german tour,  Heidi Happy will be playing duo show with Ephrem Lüschinger (keyboards) in Canada and USA.

Canada, Vancouver, The Main, 31.05.2012, Falconnett’s, 01.06.2012.

USA, Portland, Mother Foucault’s Bookshop. 05. 06.2012. Oakland, The Uptwon Nightclub, 08.06.2012. San Francisco, Amnesia Music hall, 10.06.2012. Los Angeles, The Hotel Café, 12.06.2012. San Diego, 98 Bottles, 13.06.2012

Nun fliegt die Hildegard um die Welt – Dank Jazzahead.

Der 36-jährige Berner Stimmakrobat Andreas Schaerer gehört zweifelsohne zu den interessantesten Vocalisten der Schweizer Musikszene. Dessen grosses Talent ist auch dem Meister selbst, Bobby McFerrin, nicht entgangen, mit d

em er am diesjährigen Cully Jazz Festival bereits zum 3. Mal auf der Bühne stand. Sein abwechslungsreiches und vielfältiges musikalisches Schaffen ist ihm ebenso wichtig, wie seine eigene virtuose Jazz Klamauk Band “Hildegard lernt fliegen.”

Mit letzterer trat er vor kurzem an der diesjährigen europäischen Jazz Messe “Jazzahead” auf. Ein Auftritt, der von allen Seiten frenetisch gefeiert wurde und Auslöser für die kommenden Konzerte rund um den Globus war, wie Andreas Schaerer im Interview erklärt:

Dein 30 minütiges Showcase mit Hildegard Lernt Fliegen an der diesjährigen Jazzahead (dem wichtigsten Treffpunkt der europäischen Jazzszene ) wurde vom Publikum frenetisch gefeiert. Die Jazzmesse gilt natürlich vorallem als Sprungbrett um im internationalen Musikmarkt Fuss fassen zu können. Was hat sich daraus ergeben?

Andreas Schaerer Wir arbeiten neu mit F-Cat zusammen, einer sehr renommierten Booking Agentur aus Berlin. Im Herbst sind wir auf in China auf Tour, werden unser Album in Grossbritannien releasen und am London Jazz Festival spielen. Das israelische Red Sea Jazzfestival hat ebenfalls angeklopft und wir haben aber noch einiges im Köcher, was aber zur Zeit noch nicht spruchreif ist. Die Jazzahead hat sich also für uns sehr gelohnt!
So eben ist das 3. Album “Live in Moscow” von Hildergard Lernt Fliegen erschienen. Nach 2 Studio Alben nun schon ein Live Album zu veröffentlichen ist eher ungewönlich. was war eure Idee dahinter?
Andreas Schaerer Nun, diese Band entwickelt Live eine unglaubliche Energie. Eigentlich ist es eher komisch, dass wir zuerst 2 Studio Alben produziert haben und erst dann eine Live Platte. Es war uns schon lange ein Anliegen die Live Qualität dieser Band einzufangen, die Stimmung auf unserer Russland Tour war einmalig und ideal für dieses Unterfangen. Gleichzeitig war es ja auch die Idee Hildegard Lernt Fliegen visuell einzufangen. Darum auch die Zusammenarbeit mit Michelle Brun die zum Film “Tales Wander“ geführt hat. Es ist also nicht “nur” eine Live Platte entstanden sondern eine Art “Gesamtkunstwerk” mit Film und Live Platte und dickem Tourbuch und Plakat. Das ganze wie immer vom “Hofillustratoren” Peter Bäder wundervoll eingepackt.

Nebst deiner eigenen Band leitest du auch das alljähriliche Jazzfestival Jazzwerkstatt Bern, bist Dozent an der Hochschule der Künste Bern und singst noch in diversen anderen Bands u.a. mit den Trio’s Rom Schaerer Eberle und Das Beet, mit denen du momentan auf Tour bist. Wie bringt man das alles unter einen Hut, ohne sich dabei zu verzetteln?

Andreas Schaerer Ich versuche sehr fokussiert zu arbeiten. Planerisch verfolge ich alle Projekte parallel und plane dabei sehr weit in die Zukunft, bis zu 18 Monate im Voraus ist da keine Seltenheit, künstlerisch arbeite ich aber meistens nur an einer „Baustelle“ und lebe sehr im Moment. Ich denke kaum weit voraus und lebe stark im Augenblick. So behalte ich den Fokus.
Ich plane ausserdem bewusst immer wieder Ruhephasen ein, in denen ich gar nichts mache ausser meine Familie zu geniessen und mit meinem dreijährigen Sohn Levin zu jammen – was übrigens eines der spannensten Duoprojekte ist in welches ich z.Zt involviert bin.

Kürzlich standest du im Rahmen des Cully Jazz Festivals bereits zum 3. Mal mit Bobby McFerrin auf der Bühne. Mit wem würde es dich ebenfalls reizen mal zu performen und weshalb?
Andreas Schaerer Am diesjährigen Cully Jazz hat mich Bobby für ein Duo eingeladen. Das war eine sehr schöne Erfahrung und musikalisch richtig fett! Es würde mich sehr freuen in Zukunft mal einen ganzen Gig im Duo mit Bobby zu spielen. Andere Träumereien, wären, dass Pierre Boulez mal eine Komposition von mir dirigieren würde, es würde mich dabei vor allem interessieren, was passiert wenn ein solcher Meister meine Musik auf einen Klangkörper übersetzt. Ist vielleicht etwas hoch gegriffen, aber man weiss ja nie.

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Was steht als nächstes bei dir an und worauf freust du dich ganz besonders?

Andreas Schaerer Im Moment freue ich mich vor allem darauf, einen relativ entspannten Sommer vor mir zu haben. Es gibt richtig Urlaub ohne Internet und mit schlechtem Handyempfang – wunderbar. Musikalisch freue mich sehr darauf ab dem Herbst mit einer Auftragskomposition für das ARTE Quartett anzufangen und mit HLF im Oktober in China auf Tour zu gehen. Daneben gibt’s immer wieder kleine Leckerein. So bin ich mit Bänz Oester gerade unsere zweite CD am fertig mischen – wird ein absoluter Kontrapunkt zu meinen anderen Projekten,habe die holländische Band “the Ploctones” für 3 Gigs in die Schweiz eingeladen, bin mit Rom-Schaerer-Eberle im herbstlichen Paris, demnächst beginnen wir mit der Programmplanung für die Jazzwerkstatt 2013 … es gibt wirklich ein paar wunderschöne “Schmankerl” auf die ich mich sehr freue.